Update: Jagdschein

Bestanden!

11. October 2021 | 99 Wörter
Foto vom Jagdschein

Es ist jetzt schon länger her, aber als kurze Chronistenpflicht: Ich habe im Mai 2021 die Jagdprüfung des Landes Baden-Württemberg bestanden! Das war harte Arbeit, und auch die Familie hat ganz schön zurückstecken müssen. Aber nun ist das schon länger erledigt und die ersten Ansitze sind auch schon geschafft. Dabei hatte ich auch schon Wild „im Anblick“, aber für einen guten Schuss hat es noch nicht gereicht. Das ist mir auch ganz recht. Tiere zu erlegen, nur um einen Abschussplan zu erfüllen geht mir nicht recht ein. Aber in diese philosophische Diskussion steige ich ein anderes Mal ein …


Mein zweites Tinderbox-Meetup

Get inspired!

6. March 2021 | 265 Wörter
Logo von Tinderbox

Seit über sieben Jahren nutze ich ein Multitool für alle möglichen Computerdinge. Ich habe damit eine automatisiere Baby-Einkaufsliste erstellt, als die Tochter sich ankündigte, ich habe damit meine Masterarbeit in Monterey geschrieben (und alle Paper und Präsentationen), diese Homepage wird damit gefüttert - ein Multitool eben.

Dieses Multitool heißt Tinderbox.

Es sieht anfangs völlig unscheinbar aus, aber nach und nach entdeckt man die Zauberfähigkeiten, die kein anderes Programm bietet, das ich kenne.

Das Gute ist, dass dieses Programm eine rege Community hat, die auch Einsteigern und Ahnungslosen gerne bei ihren (ersten) Schritten hilft. Das Forum ist klasse, und seit Corona finden regelmäßige virtuelle Treffen statt, die „Tinderbox Meetups.“ Am besten ist, dass diese Treffen aufgezeichnet werden und dann online gestellt werden, so dass man interessante Passagen nochmal schauen kann. Und heute war zu Beginn eine ganz wunderbare Unterhaltung zum Verhältnis zwischen Professoren und Doktoren und den Unterschieden zwischen verschiedenen Fächern als Bonus dabei.

Ich habe gerade an meinem zweiten Treffen teilgenommen, und es war wieder sehr anregend. So kann man beispielsweise Informationen aus Tinderbox direkt in eine Powerpoint-Präsentation werfen. Warum sollte man sowas machen? Ganz einfach: Die Informationen, die gezeigt werden, sind konsistent mit den Informationen, die man sich aufgeschrieben hat. In Powerpoint macht man nur noch das, was Powerpoint gut kann: äußerlich polieren. Und wenn dann noch Brasilianer auf Englisch vorstellen, was sie aus antiken griechischen Texten lernen ist der Aha-Effekt nicht nur auf die Software beschränkt. Und so kommen da Leute aus Amerika, Großbritannien, Brasilien, Belgien und sonstwo zusammen, und alle haben ein Thema.

Freue mich schon auf das nächste Treffen.


Mal wieder etwas mehr sporteln ...

Oder: Ach du meine Güte! (Good Grief!)

2. March 2021 | 139 Wörter

Die ganze Zeit nur Homeoffice - da gehe ich die Decke hoch. Nachdem ich vor zwei Wochen mein Rennrad wieder aktiviert habe (inspiriert von unzähligen Radlern auf unseren Spazierwegen) habe ich heute mal das Springseil rausgeholt.

Springen mit dem Seil hat mir immer Spaß gemacht. Aber wenn man es lange nicht mehr gemacht hat, dann sind die Bewegungen (noch) nicht ganz so geschmeidig und man verhaspelt sich öfter, als einem lieb ist. Und dazu kommen noch zu große Schuhe (jaja, die Schuhe warn’s). Und weil ich natürlich mit Pulszähler springe, sieht man nicht nur an den vielen Fehlern beim Springen, sondern auch am Puls, wie beklagenswert der Trainingszustand ist. Nach ner Viertelstunde war die Konzentration weg.

Danach noch 3x10 Liegestütze, 3x10 Rumpfaufrichten und 3x10 Rückenheben, und dann war fast ne Dreiviertelstunde rum.

Auweia. Da liegt ein weiter Weg vor mir.


Endlich mal wieder Abitur - diesmal in Grün!

Google mal "grünes Abitur"!

1. March 2021 | 375 Wörter
Stapel mit Lehrbüchern

Bereits im Oktober 2020 habe ich mich für ein besonderes Unterfangen angemeldet: Jagdschein! Wochendkurs, pendlerfreundlich (als wenn das heutzutage in Corona-Zeiten relevant wäre - bin eh im Homeoffice), kurzentschlossen.

Möge mich bitte niemand nach der Motivation fragen. Der Schwager ist Jäger, die Ex-Schwippschägerin ist Jägerin, mehrere Leute im Dienst sind Jäger - und interessant isses auch. Ich dachte mir, die Natur ist interessant und etwas über sie zu erfahren ist klasse, und mit dem Jagdschein wird man auch gezwungen, sich tatsächlich mal hinzusetzen und ernsthaft zu lernen. Vom Gedanken, tatsächlich einmal mit einem Gewehr auf einem Hochsitz zu hocken und womöglich zu schießen bin ich noch so weit entfernt wie Mars von der Venus.

Heute kam nun der erste Stundenplan der Jagdschule. Es geht am 13. März 2021 tatsächlich los, und wenn alles gut läuft, dann finden in der ersten Maiwoche 2021 die Prüfungen statt. Das Ziel ist ambitioniert, der Plan eng gepackt.

Was heißt eng gepackt? Nun, am Wochenende (Sa+So) geht es in der Regel um acht Uhr morgens los, und endet kurz vor sechs Uhr abends. Dazu kommen noch Praxisstunden, Schießstunden und Lernstunden am Abend in der Woche. Fast bin ich dankbar für die Corona-Auflagen: Viel Stoff wird voraussichtlich online vermittelt. Da brauche ich nicht ewig mit dem Auto zur Schule fahren …

Das Lehrmaterial ist beeindruckend: Viele Lehrbücher, dazu Skripte und Präsentationen. Die Inhalte der Lehrbücher?

▪ Jagdliche Praxis,
▪ Jagdhunde,
▪ Naturschutz,
▪ Federwild,
▪ Waffen und Munition,
▪ Land- und Waldbau, Wildhege,
▪ Wildkrankheiten, Versorgen und Verwerten von Wild,
▪ Haarwild.

Man sieht schon: Der Name „Grünes Abitur“ kommt nicht von ungefähr. Heutzutage gibt es aber auch noch App-Unterstützung. So kann ich mir die Fragebögen der schriftlichen Prüfung (wie beim Führerschein) schon vorher zu Gemüte führen und lustig herumraten, welche Raubvögel wohl „Grifftöter“ und welche „Bißtöter“ sind.

Das Schießen mit den Jagdwaffen sehe ich derzeit am entspanntesten - das hat bisher immer gut geklappt. Die Waffenhandhabung ist was anderes: So viele kleine Hebelchen und „Doppelzüngelstecher“ und der richtige Umgang damit - Neuland. Und die Prüfung scheint ein großer Rauswerfer zu sein …

So, genug geschwafelt für den Einstieg. Mehr beim nächsten Mal.

P.S. Bißtöter sind die Falken (deshalb haben die auch den „Falkenzahn“ am Schnabel), und Grifftöter sind die anderen Raubvögel. Die töten ihre Beute mit ihren zupackenden Krallen.


Erster (ganzer) Tag im Allgäu

Viele unerwartete Höhenmeter

12. August 2020 | 269 Wörter

Nachdem wir gestern im Allgäu angekommen waren, war heute der erste richtige Tag angesagt. Eigentlich wollten wir ja nach Island, aber mit Corona und obligatorischem Test bei Einreise (und vor allem dem damit verlorenen Tag) haben wir schnell umdisponiert.

Beim ersten Tag irgendwo lässt man es ja gemütlich angehen. Nicht so wir. Nach dem leckeren Frühstück in unserer Ferienunterkunft (mit leckerer Milch direkt von den Kühen) ging es los zum Tegelberg. Die Talstation, von der wir starteten, lag auf Höhenmeter 830. Dann weiter zur Rohrkopfhütte, um dort lecker zu essen. Rosa bekam Spätzle mit Soße, ich eine gute Gulaschsuppe mit Brot und Manu - wie jeden Mittwoch - Sommersalat. Eigentlich wollte sie ja den Salat mit Breznküchle, aber nach einer Viertelstunde kam die Kellnerin und sagte, der Brezkuchn sei aus. Ich glaube ja, dass Manu’s Mittwoch-Fluch zugeschlagen hat. Denn in Würzburg gibt es mittwochs in der Mensa für die Manu und eine Freundin auch immer nur Salat, eine Quelle steten Ärgers. Und hier sollte das am heutigen Mittwoch nicht anders sein …

Die Rohrkopfhütte liegt auf 1.320m. Wie nun weiter? Wieder runtergehen, in dem Wissen, daß runter in den Bergen meistens anstrengender und nerviger ist als hoch? Oder nochmal die gleiche Strecke weiter hoch und dann mit der Seilbahn runter?

Wir haben uns dann kurz entschlossen, den Weg weiter hoch zu gehen. Rosa ist ganz wunderbar gekraxelt, das Wetter war gut und die Aussicht auf eine schnelle Gondelfahrt nach unten hat uns die Entscheidung leichtgemacht.

Nach insgesamt 36 Euro (!) waren wir dann auch fix unten. Nochmal trotz Gewitterwolken in den Weißensee, zuerst Füße, dann alles reinhalten, Abendessen, Tagesausklang.

Ein erfolgreicher Tag.


Letzter Tag in Kalifornien

29. June 2019 | 501 Wörter

Heute war der letzte Tag mit der ganzen Familie in Kalifornien. Morgen fliegen Frau und Kind und übermorgen folge ich nach. Klingt merkwürdig, ist es auch. Die Familie war mit einer sogenannten “Familienheimfahrt” hier, und ich ziehe zurück nach Deutschland. Das sind für die Verwaltung völlig unterschiedliche Dinge, und im Ergebnis fliegt die Familie an zwei Tagen zurück.

Gestern war der letzte Tag in Monterey, den wir eher unsexy verbracht haben: Die Scheffin hat die Wohnung tiefengereinigt, und ich war mit der Kleinen unterwegs, um noch kleine Dinge zu erledigen: Schweine füttern mit den letzten Lebensmittelresten, eine Karte vom MyMuseum in Monterey an eine Freundin weitergeben, noch ein paar DVDs bei der Library hinterlassen, und das Auto waschen, bevor mein Nachfolger seine Regentschaft übernimmt.

Es war ein merkwürdiger Tag, mit Wohnungsübergabe an den landlord (Vermieter), Autoverkauf, und ein letztes Mal im California Pizza Kitchen essen gehen. Irgendwie war alles ein letztes Mal.

Heute morgen ging es dann früh mit vielen Koffern von Monterey im Monterey Airbus (ein Shuttle) nach San Francisco, mit kurzem Stop in San José.

In San Francisco waren wir zu früh, um schon einchecken zu können. Also haben wir unser Gepäck dagelassen, und sind mit der Bahn in die Stadt gefahren, Richtung Norden, Fisherman’s Wharf. Die Bahn brauchte ewig, und von Embarcadero Station latscht man ewig, bis man zu den touristischen Hotspots kommt. Irgendwann waren wir dann an Pier 37, eine riesige Touristenmeile, aber mit einer Besonderheit: ein wunderschönes klassisches Kinderkarussell. Das war das Ziel. Rosa ist also drei Mal im Kreis gefahren, während Mama und Papa in der Sonne schwitzten. Mittagessen im IHOP (International House of Pancakes), bei dem Rosa nur die Sahne und Schokokrümel von ihrem Pancake herunterfutterte.

Der Rückweg gestaltete sich etwas abenteuerlich: zuerst warten auf die Bahn, die dann rammelvoll ankam, so daß wir uns kurzerhand entschlossen, zu Fuß zum Embarcadero zu gehen. Aber dann: Fahrrad-Rikscha! Gute Idee! Kleinen Highlight zum Abschluss in San Francisco. Dann waren wir in der falschen Bahn, und lernten auch noch auf die harte Tour, daß für den Preis der Fahrkarte nicht die Entfernung, sondern die Anziehungskraft entscheidend ist. Wir hatten für Millbrae gelöst, und waren eine Station früher ausgestiegen, nämlich San Francisco International Airport. Als wir durch die Schleuse wollten, ging sie nicht auf, sondern eine Sirene an, die verkündete: Nachzahlen! Aber bitte nur in Bar, und nur so, daß höchstens $4.95 Wechselgeld erforderlich sind. Da stehste da als dummer Tourist mit Deinen $20-Scheinen, wenn Du nur zwei $5-Scheine nutzen kannst. Aber eine freundliche Bahntante von BART (Bay Area Rapid Transit) half uns aus.

Gelernt: Selbst in einer großen Stadt wie San Francisco ist man ohne Auto arm dran.

Aber ein Sahnehäubchen kam zum Schluß doch noch: Als wir im Hotel eincheckten, erklärte uns der freundliche Rezeptionist, daß wir die Sieger einer Tageslotterie des Hotels seien und deshalb der Computer uns ohne Aufpreis in das beste Zimmer des Hotels eingebucht hat. Eine richtige Wohnung, mit Küche, Wohnzimmer, Essecke, riesigen Schränken, und zwei Balkonen.

Feine Sache!


"Guten Tag, wir bitten Sie, die Wohnung bis auf weiteres wegen eines größeren Gasaustritts zu verlassen."

Es wird nicht langweilig.

26. February 2019 | 206 Wörter

Dienstag ist in diesem Quartal ein Tag zum Lesen und Schreiben, weil ich nicht wegen Vorlesungen zur Uni muss. Da sitze ich also am Schreibtisch und wundere mich, daß draußen irgendwie ein Lautsprecher zu hören ist. Kurz darauf gehen ein Polizist und ein Feuerwehrmann von Tür zu Tür und klopfen laut und vernehmlich daran. Auch an meiner Tür. Als ich aufmache, werde ich freundlich gebeten, doch die Wohnung zu verlassen, weil es in der Nähe ein ‘major gas leak’ gäbe, also einen größeren Gasaustritt. Bei der offenen Tür war das auch deutlich zu riechen.

Oha. Alles klar. Das muss jetzt fix gehen. Also schnell alle Stromstecker ziehen (wegen möglichen Funken), Jogginghose aus (damit die anderen nicht sehen, daß ich [nach Lagerfeld] die Kontrolle über mein Leben verloren habe), Jeans an, Computer einpacken (wegen Uni-Kram), Reisepaß, Handy, Geldbeutel ebenso und dann los zum California Pizza Kitchen, ein Restaurant, in dem ich regelmäßig Mittag esse. Hoffentlich haben die das beizeiten wieder im Griff, so daß ich zurück kann. Für konzentriertes Arbeiten ist der kleine Bildschirm am Laptop nämlich nur bedingt geeignet. Wenigstens habe ich alle möglichen Ladekabel dabei.

Hier wirds nicht langweilig. Drei Stromausfälle, Erdbeben, und nun das. Mal sehen, was Kalifornien noch alles in petto hat …


Pfannkuchen und Pucks

Entertainment auf Amerikanisch

19. February 2019 | 385 Wörter
Foto vom Eishockey-Spiel

Heute war President’s Day, Präsidentenfeiertag. Dieser Feiertag geht zurück auf George Washington. Witzigerweise kann sich jeder Staat aussuchen, auf welches Datum er diesen Feiertag genau legt, solange er zwischen dem 15. und 21. Februar liegt. Ironischerweise wurde Washington am 22. Februar geboren, also einen Tag nach dem letztmöglichen President’s Day. Für Kalifornien gilt die einfache Regel “der dritte Montag im Februar.”

Hier haben einige Familien der deutschen Community den Tag genutzt, um nach San José zu fahren, um dort das Eishockey-Spiel der San José Barracudas gegen die San Diego Gulls zu sehen. Vorher hatten wir uns entschlossen, noch im IHOP (sprich: Ei-Hop) zu frühstücken, dem International House of Pancakes. Der Laden war gut voll, weil wir scheinbar nicht die Einzigen waren, die auf diese Idee gekommen waren. Die Portionen sind groß, wahnsinnig süß, aber nicht teuer. Das Tückische hier ist, daß in den Karten bei jedem Gericht die Kalorienzahl aufgeführt werden muss. In einem Pfannkuchenhaus ist das übel. Man kann hier ohne Probleme das 2.000-Kalorien-Limit des Tages direkt beim Frühstück reißen. Ich habe mich davon nicht abschrecken lassen und Spicy Vanilla gegessen, drei Pancakes mit etwas Sahne und einer Vanille-Soße dabei. Dazu noch Endless-Refill Coffee, also Kaffee, der immer nachgeschenkt wird, und das Frühstück war perfekt.

Dann im schönsten Sonnenschein weiter zur SAP-Arena. Wir wollten früh da sein, damit wir zu den ersten 4.000 gehören, denn die sollten ein T-Shirt bekommen. Hat auch funktioniert, so daß ich nun als Souvenir von diesem Trip ein mehr oder weniger schönes oranges T-Shirt der San José Barracudas mitgebracht habe.

Das Spiel war anfangs recht spektakulär, mit vielen Toren im ersten Drittel. Ab und zu gab es auch mal einen Faustkampf auf dem Eis, was hier wohl scheinbar normal ist und dazu gehört. In den Spielunterbrechungen werden dann von den Kameras immer irgendwelche Leute ins Bild genommen, deren größter Spaß es dann ist, Faxen zu machen. Gerne werden auch Kinder ins Bild genommen, die zur Musik tanzen oder Quatsch machen. Großes Familien-Entertainment.

Gegen Ende zerfaserte das Spiel dann. War nicht verwunderlich: die Barracudas lagen 5:2 vorne, und damit war das Spiel eigentlich gelaufen.

Ich werde wahrscheinlich nie ein großer Eishockey-Fan, aber der Tag mit Brunch, dem Spiel und Sonne war schön. So lasse ich mir Feiertage gefallen.


Leckerer Nachtisch ...

... aber halte Dich nicht zu lange damit auf.

10. February 2019 | 242 Wörter
Foto vom Nachtisch mit Glückskeksen und der Rechnung

Ich war vorhin bei PF Chang essen. Das ist eine Kette von besseren China-Restaurants mit angenehmem Ambiente und wenig Geschmacksverstärker. Habe dort eine sehr leckere Buddhistische Fastenspeise gegessen (Buddha’s Feast), mit Tofu, Broccoli, Spargel und Pilzen.

Als Nachtisch habe ich mir dann noch ein Erdbeer-Yoghurt-Kekskrümel-Etwas gegönnt.

Und dann kam das, woran ich mich nach vielen Monaten hier immer noch nicht gewöhnt habe: Gemeinsam mit dem Nachtisch und dem Auffüllen der Cola kam dann gleich die Rechnung (gut versteckt unter den Glückskeksen). Hier fragt man nicht nach der Rechnung, sondern bekommt sie direkt vor die Nase, wenn die Bedienung glaubt, daß keine weiteren Bestellungen erfolgen werden. Natürlich immer mit den Worten “Ist nicht eilig, laß’ Dir Zeit.” Natürlich läßt man sich keine Zeit.

Das Gefühl für einen normalen Mitteleuropäer ist nachvollziehbar: Hier bin ich nicht mehr willkommen, die wollen mich loswerden. Und in gewisser Weise stimmt das auch: Der Kunde belegt einen Platz, bestellt aber nichts mehr und ist somit für den Umsatz erledigt. Hier könnte schon längst ein neuer, zahlender Kunde sitzen.

Ich kenne nur einen Kellner, der wartet, bis ich nach der Rechnung frage. Ich gehe hier in Monterey oft und bei verschiedenen Restaurants essen, weil es schnell geht, gut schmeckt und nicht viel kostet (wenn man ein Mittagsmenü bestellt). Aber dieses ungefragt-die-Rechnung-auf-den-Tisch-ballern nervt mich maßlos.

Der Nachtisch hat mich wieder etwas versöhnt. Sehr lecker, ganz frisch und (vermutlich) wenig Zucker.


Ein Abend mit Madeleine Albright

Und warum die Amis Multilateralismus nicht mögen

6. February 2019 | 312 Wörter

Der Santa Cruz Bookshop hatte sein bisher größtes Event organisiert: eine Buchvorstellung mit Madeleine Albright! Erste Frau als Außenministerin der USA, berufen von Bill Clinton. Großer Empfang, mit standing ovations. Und das hatte schon was, wenn fast 3.000 Leute aufstehen und klatschen. Alle im Publikum haben eine signierte Paperback-Fassung des Albright-Buchs bekommen. Die Arme hat wohl acht Stunden in einem Zimmer des Buchladens zugebracht und unterschrieben. Chapeau!

Ihr Buch hat das Thema: “Faschismus. Eine Warnung.” Das Ganze ist wohl nicht nur eine historische Betrachtung, sondern auch eine Einordnung der heutigen Politik in ‘illiberalen Demokratien’ (politische Systeme mit demokratischem Mehrheitswahlrecht, aber ohne liberale Schutzrechte der einzelnen Menschen), aber auch in den USA.

Das Publikum war ein Heimspiel, schließllich ist Santa Cruz eine liberale Küstenstadt im ohnehin tiefblauen (demokratischen) Kalifornien. Als kurz erwähnt wurde, dass parallel Präsident Trump seine Rede zur Lage der Nation hält, gab es ein großes beeindruckendes “Buuuh” in der Halle. Da waren keine sonderlich kritische Fragen zu erwarten. Das Thema Ruanda kam mal kurz auf, worauf sie sagte, dass man damals mit den Informationen agierte, die man seinerzeit hatte. Dann spielte sie den Ball den UN zu, die wohl die Mitglieder des Sicherheitsrats nicht angemessen informiert hätte, und selbst wenn man mehr gewußt hätte, hätte die Zeit wohl für eine angemessene Reaktion nicht ausgereicht. Nun ja, bei einem kritischeren Publikum wäre sie damit nicht durchgekommen.

Was bemerkenswert war: das Publikum zu mindestens ⅔ Frauen, der generelle Altersschnitt 50+, und fast ausschließlich weiße Mittel- und Oberschicht. Fast keine Schwarzen, keine Latinos, keine Asiaten. Ganz offensichtlich rockt das Thema nicht alle Gruppen, oder Madeleine Albright ist nur die Galionsfigur für die Anwesenden. Das Thema ist jedenfalls interessant genug für alle Gruppen.

Sie hatte auch eine einfache und plausible Erklärung, warum die US-Amerikaner Multilateralismus nicht mögen: Zuviele Silben, und es endet auf -ismus.

Wieder was gelernt.